Gedanken zu Corona

Wir erleben eine Zeit tiefgreifender Veränderung. Wie immer machen uns Veränderungen – vor allem die, die wir nicht kontrollieren können – erst einmal unsicher und ängstlich. Je grösser die Veränderung und je geringer die Kontrolle umso grösser die Angst. Soweit ist das jedem klar und wir befinden uns ganz offensichtlich in einer solchen Situation.

Die meisten Menschen haben im Moment Angst: Angst vor dem Virus, Angst vor dem Wohnungskoller, Angst vor Jobverlust, Angst die Rechnungen nicht bezahlen zu können, Angst davor den ganzen Tag mit dem Partner verbringen zu müssen, Angst vor………jeder hat seine eigenen „Monster“.

Aber es gibt auch eine Menge Menschen, die keine Angst haben. Wie kann das sein? Sind die bloss zu dumm, um das Risiko zu begreifen? Oder machen die irgendwas anders?

Ich möchte dich einladen, einen kleinen Schritt zurückzutreten und nur für einen Moment einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

Zu allen Zeiten haben Menschen Angst gehabt. Manche werden fast verrückt, andere zu Höchstleistungen angetrieben. Jeder geht mit stressigen Situationen anders um, jeder versucht auf der Basis des bisher Gelernten und Erfahrenem die beste Lösung für sich zu finden. Das bedeutet, wir treffen Entscheidungen. Und die wollen gut überlegt sein. Daher hier ein paar Fakten über die du dir vielleicht noch keine Gedanken gemacht hast.

Kontrollierter Stress versus unkontrollierbaren Stress: Eine neue Situation kommt auf uns zu – wir analysieren sie und untersuchen unsere bisherigen Strategien und Lösungsansätze. Können wir die Situation kontrollieren und das Problem lösen gehen wir gestärkt und zuversichtlich aus der Situation hervor. Bestenfalls haben wir sogar etwas gelernt. Eine biologisch sinnvolle Geschichte. Was aber geschieht, wenn keine unserer bisherigen Strategien und Taktiken funktioniert? Dann werden wir schnell panisch und befinden uns in einer unkontrollierbaren Stresssituation. Wir können kaum einen klaren Gedanken fassen. Nach einer gewissen Zeit des Leidens (bis wir tatsächlich gemerkt haben, dass das Alte nicht funktioniert) entsteht eine Art Lücke in unserem Denken und dann beginnen wir, uns neuen Möglichkeiten zu öffnen. Wir fangen an, anders zu denken, innovative Ideen bekommen eine Chance und selbst verrückte Ansätze werden angeschaut. Und plötzlich entwickeln sich neue Lösungen, an die vorher nie jemand gedacht hat. Wir haben uns weiterentwickelt.

Dieser, zugegeben stark vereinfachte Ablauf gilt auf körperlicher Ebene (Beispiel Muskelaufbau) genauso wie auf emotionaler und mentaler. Und er gilt für die einzelne Person genauso wir für Familien, Firmen, Gesellschaften und Länder.

Wir befinden uns im Moment in einer unkontrollierbaren Stesssituation. Noch ist die Mehrzahl der Menschen in Gefühlen der Angst und Panik gefangen. Doch eines ist ganz sicher: wir werden diese Gefühle überwinden, wir werden beginnen anders zu denken und neue, innovative Ideen werden zu anderen Handlungen führen. Unsere alten Strategien von „immer mehr, immer schneller, immer weiter“ und „der Stärkere gewinnt“ und „erstmal ich und dann der Rest“ funktionieren in diesen Zeiten einfach nicht mehr. Alle werden zwangsentschleunigt. Der Stärkere wird genauso befallen wie der Schwächere. Und „erstmal ich“ hat beim Hamstern deutlich gemacht, dass es überhaupt erst Probleme schafft, wo eigentlich keine sein müssten.

Dass es prinzipiell möglich ist, auch anders als ängstlich und egoistisch mit Corona umzugehen beweisen all die Menschen, die die Besonderheit der Situation zwar verstehen und sich selbstverständlich an die gesetzlichen Vorgaben halten, die sich aber dennoch entschieden haben, anders mit Corona und Co. umzugehen. Menschen, die sich geradezu freuen über die plötzliche Stille und Ruhe in ihrem Leben. Die die Nähe zu ihrem Partner geniessen und die sich jetzt ganz ohne Zeitdruck um ihre Kinder oder auch Haustiere kümmern können.

Aber…. was ist den nun anders bei diesen Personen?

Sie haben sich ganz einfach dafür entschieden, besonnen und aufmerksam zu sein. Sie verlieren sich nicht in immer wiederkehrenden, negativen Gedanken. Sie füttern die Angst nicht durch einen ständigen Strom an negativem Input. Sie verlieren sich nicht in Gefühlen der Angst und der Panik. Was tun sich denn stattdessen? (Achtung: jetzt kommt der Knüller!)

Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Dingen, Gedanken und Gefühlen, die ihnen guttun!!

Ein bisschen zu simpel? Probiere es doch einfach mal aus! Achte auf deine Gedanken und Gefühle! Schütze dich vor negativem Input (einmal am Tag die Nachrichten ist genug) und konzentriere dich auf das Positive. Du wirst feststellen, dass du innerhalb kürzester Zeit ruhiger wirst, mit der Situation viel besser klarkommst und du vielleicht sogar das Eine oder Andere, was dir so unterkommt geniessen kannst.

Hier meine Tipps, um auch bei Ausgangssperre einen harmonischen Tag zu erleben:

  • gleich beim Aufwachen einige positive Gedanken denken (z.B. Ich bin gesund/ die Sonne scheint/ ich habe eine tolle Familie/ etc….) und in ein schönes Gefühl kommen (Liebe/ Dankbarkeit/ Freude)
  • dem morgentlichen Badezimmergang einmal Aufmerksamkeit schenken (z.B. Wahrnehmen, wie gut deine Zähne funktionieren, deinen Körper liebevoll eincremen, etc.) Nimm dir Zeit!
  • Bereite dir und deiner Familie ein gesundes Frühstück zu und geniesst es zusammen – quasi Sonntagsfrühstück jeden Tag! 😀
  • Jeder übernimmt eine Aufgabe im Haushalt, die gründlich erledigt werden sollte (es ist sehr gut für das Wohlbefinden, wenigstens eine produktive Aufgabe am Tag zu erledigen! Und es steigert das Gemeinschaftsgefühl)
  • Gemeinsames (durchaus aufwendiges) Kochen und gemeinsames Mittagessen. Sprecht miteinander! Wie erlebt jeder einzelne die Ausgangssperre? Was ist positiv an Corona? …….
  • Ein kleines Mittagsschläfchen
  • Gartenarbeit, Hüttenbauen, Wolken gucken,…..
  • Kreatives Aktivitäten: Malen, Basteln, Handarbeiten etc.
  • Gemeinsames Spielen
  • Zusammen Sport machen, Spazierengehen (wo das noch erlaubt ist)
  • Vor dem Einschlafen, den Tag Revue passieren lassen und sich auf die schönen Dinge konzentrieren. Gefühle der Freude und der Dankbarkeit werden sich einstellen. Da schläft es sich doch gleich viel besser! 😀

Versucht, jeden Tag mindestens eine neue Sache zu machen oder euch mit einem Thema zu beschäftigen, von dem ihr keine Ahnung habt.

Geht liebevoll miteinander um, umarmt euch viel und sagt euren Liebsten, wie wichtig sie euch sind.

Sprecht viel mit euren Freunden, teilt eure Erfahrungen und tauscht euch aus. Seid füreinander da.

Nehmt euch jeden Tag ein bisschen Zeit, um mit euch alleine zu sein! Geht in die Stille, hört euch selber zu, meditiert, betet, geniesst einfach diese exklusive Zeit mit euch selbst.

Versucht es vielleicht auch mal mit Atemübungen.

So unterstützt ihr euer Immunsystem, mindert Stress, haltet Körper und Geist fit und unterstützt euch selbst und eure Liebsten bei Laune zu bleiben.

Corona und seine Begleitumstände haben unsere Welt innerhalb von wenigen Tagen auf den Kopf gestellt – Krise oder Chance? Du entscheidest – lässt du dich von der allgemeinen Angst mitreissen oder entscheidest du dich für einen bewussten, vernünftigen Umgang mit Corona. Jetzt hast du eine grandiose Möglichkeit, die Dinge einfach einmal anders zu machen als bisher…….

Alles Liebe

Deine Nicole